DIP1359 - Die Presse

Redaktionsschluss für das Mittagsblatt ist jeweils Mitternacht



Meldung #5


eingangen am  Montag, 23. Juii 1745h 
gedruckt am Dienstag 25. Juli 1700h


France Soir

Französische Einheiten in Hinterhalt geraten. Präsident  bereitet Exil vor.

Die französischen Armeen sind im vergangenen Herbst in einen schmählichen Hinterhalt geraten.
Der Herbst 1908 wird als Wende in bitterer Erinnerung bleiben. 
Paris war vorbereitet auf den Windzug aus dem Norden. Dass der Feind auch gleichzeitig nun aus dem Süden anrückte, war zu viel
für die formidablen und taktisch bestens versierten Armeen und Flotten.  Nie in der Geschichte hatte Frankreich Aggressionen
gegenüber seinem südlichen Nachbarn in Rom gezeigt. Dieses Vertrauen hat nun der Duce hintergangen. Die französische Öffentlichkeit
ist schockiert. Aus dem Präsidentenpalast wird kolportiert, dass der Präsident in Le Havre (Picardie) ein Schiff liegen hat, welches in
Richtung Franz. Polynesien Kurs aufnehmen wird. Auf den Spuren von Gauguin wird der President seinen Neigungen nachgehen, die Schönheiten
auf Leinwand festzuhalten, bei Genuss eines edlen Tropfens aus dem Cognac oder dem Bordeaux.
Das Schicksal eines Europa kann Paris mit den verbleibenden zwei Einheiten nun nicht mehr richtungsweisend gestalten. Die
Franzosen werden niemals ob der drohenden Niederlage sich begnügen mit Spaghetti, überzogen Worcestershiresauce.

Vice la France.
Hasta la Victoria sempre.



Meldung #4


eingangen am  Montag, 25. Juni 1315h 
gedruckt am Dienstag 26. Juni 1730h

Englang bejubelt seinen König. Tagelang jubeln die Briten Ihrem Herrscher zu, der es wie kein anderer versteht
seinem Volk zuzuhören und ihre Bedürfnisse zu verstehen. Der König selber verweilt zur Zeit im Buckingham Palace und lässt
sich nur selten am Fenster blicken. Berichte aus  dem Palast zeichnen ein Bild des Königs, der ruhe und rastlos an Plänen feilt
und mit allen Mitteln versucht Gewalt auf dem Schlachtfeld zu verhindern.
Bei einem Bankett mit Mitgliedern verschiedener anderer Königshäuser Europas wurden letzte Details beschlossen und bis zu letzt
geheim gehalten. Nur so ließ es sich einmal mehr verhindern, dass britische Soldaten für das Vaterland ihre Leben aufs Spiel setzen
mussten, auch wenn sie es ohne Frage jederzeit tun würden.

Dem König wird bereits hinter vorgehaltener Hand "der Gerechte" genannt wohl auch schon bekannt ist,
dass erst die Geschichtsbücher ihm einen solchen Zusatz bescheren können, trifft es doch genau den Zahn der Zeit.

Jetzt gilt es weiter zu planen und weiter dem entgegen zu streben, dass Frankreich und Russland die alten Grenzen wieder einhalten
und sich ein Beispiel am friedlichen England nehmen. Doch wie wird der Kaiser und König aus Österreich reagieren, wie der italienische
König? Italiens stolze Flotten beherrschten einst die Straße von Gibraltar und zogen sich zurück. Frankreich sieht nun seine Felle
wegschwimmen, bittet und bettelt und versucht das britische Empire zu diffamieren. Italien sollte gewarnt sein.
Österreich-Ungarn und Italien haben nun die Gelegenheit ihre Streitigkeiten beizulegen und sich wieder darauf zu Besinnen eine große
gemeinsame Vergangenheit zu haben! 

Für die ZAT aus Genf: Frederick von Luzern.

Ebenfalls dazu drucken wir im Original den öffentlichen Brief von his royal Highness King Matthes the first, wie er in der britischen
Times heute morgen erschienen ist.

An das treue und mutige britische Volk,

Es verwundert nicht im mindesten, dass die Herrscher Frankreichs und Russlands sich in aller Öffentlichkeit zu den Geschehnissen in
Europa äußern. Sie suchen ihr Heil bei der Hilfe anderer, derer sie bis noch vor ein paar Tagen kein gutes Wort zukommen gelassen
haben. Wir sind immer verwundert, dass man wohl der Meinung ist Schlachten wie Amsterdam geraten in Vergessenheit. 
Wir haben jedoch nicht vergessen, wie unsere Söhne, Väter, Onkel, Vettern und Enkel abgeschlachtet wurden.
Wir möchten darauf hinweisen, dass bei der Besetzung der Beneluxstaaten der ausdrückliche Wunsch der königlichen Familien
Belgiens und Hollands an Uns herangetragen wurde von der französischen Vorherrschaft befreit zu werden. Der Einmarsch in diese 
Lande geschah noch nicht einmal leise, sondern mit donnernden Motoren der HMS Royal und der HMS Surprise in der Nordsee. Kein
französischer Amtsmann und kein Soldat wurde verletzt. 

Meine verehrten Herrscher Europas. In der Zeit der Bündnistreue Frankreichs, die nun wohl als beendet angesehen werden darf,
waren wir in der Lage in die tiefe und schwarze Seele des Repräsentanten Frankreichs zu blicken. 
Vernichtung und Ausbreitung war sei Ziel. Unterdrückung und Vertreibung Andersdenkender seine Mittel. Die französische Kultur sollte
Einzug erhalten in den Rest Europas als einzig richtige und wahre Grundordnung. 
Dabei war es ihm vor allem wichtig das der Kaiser und König Österreichs abgesetzt werden sollte. 

Der russische Zar wurde bereits früher davon überzeugt, dass die nördlichen Gebiete unter britischer Flagge gedeihen würden, die
Gebiete wurden kampflos übergeben was den Anspruch  rechtlich legitimierte.
So ist es wenig verwunderlich, dass das britische Empire diesem Ruf folgt und in Folge richtig handelt diese Gebiete zu besetzen.
Die Anschuldigungen Frankreichs und Russlands in jüngst geschriebenen Artikeln entbehren jeglicher Grundlage.

Doch was sollen die Folgen sein, sich nun gegen England zu verbünden? Was muss ein Herrscher denken, wenn er erst seine Truppen
zurückziehen muss wie mit Österreich-Ungarn und in Italien geschehen um seine eigenen Lande zu sichern um nun, nur Stunden nach
einem stürmischen Herbst, sich mit eben jenen Aggressoren zu verbünden? Aggressoren die jederzeit wieder ihre Fahne im Wind
wehen lassen und wenn sich die Gelegenheit bietet im Rückraum des Herrschaftsgebietes die Völker unterdrücken und Land
widerrechtlich besetzen? Wie will sich ein solcher Herrscher vor seinem Volk rechtfertigen in Ihrem Interesse zu handeln? 

Nein! Wir fordern Europa auf diesem falschen Spiel ein Ende zu bereiten. Paris und Moskau werden niemals ruhen. Ihre Handlungen in
der Vergangenheit werden immer einen Schatten auf die Zukunft werfen. Die Täter des Massakers von Amsterdam müssen zur
Rechenschaft gezogen werden.
Während das britische Empire nach internationalem Recht handelt, hat noch niemand auch nur annähernd Klage gegen Frankreich
erhoben! Doch Mord verjährt nicht! 

Hochachtungsvoll an alle Bürger Europas
King Matthes the first, by the Grace of God, of the United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland and of his other realms and
territories King, Head of the Commonwealth, Defender of the Faith.



Meldung #3


eingangen am  Sonntag, 24. Juni 2015h 
gedruckt am Montag 25. Juni 1130h



Die im Untergrund nach wie vor aktiven Journalisten des ehemaligen Buxtehuder Abendblatts veröffentlichen 
in den frühen Morgenstunden irgendwann im Frühjahr 1907 folgende Information, die in allen Teilen Europas
verbreitet wird. Der vestigativ arbeitende Journalist Gernot Dippliger  zeichnet für den Inhalt verantwortlich.

"Für eine viel zu lange Zeit haben die Mächtigen Europas, oder die, die sich dafür
hielten und halten, sich von dem Thronnachfolger der Engländer in die diplomatische Irre
führen lassen.

Dies hat mit dem Ende des Herbstes 1906 nun offensichtlich ein Ende gefunden. Ein
vielkehliger Aufschrei über ganz Europa ließ sich vernehmen, nachdem die Beneluxländer
im Handstreich von den englischen Einheiten überrannt und eingenommen wurden, obwohl diese
unter französischem Protektorat standen.

Aber es regt sich nicht erst seit heute Widerstand in den aufrechten Völkern Europas. Noch
widerstehen Moskau und Warschau den aggressiven Bestrebungen des Kings, sich Europa nach
und nach einzuverleiben.

Österreich-Ungarn mit seiner königlichen und kaiserlichen Hoheit an der Spitze bereitet
sich intensivst darauf vor, den Großmachtsphantasien Englands energisch entgegenzutreten.

Frankreich erachtet jegliche jetzige und zukünftige Kooperation mit dem englischen Empire
als völlig indiskutabel.

Wie unsere Korrespondenten aus dem guten, alten Rom berichten, sind auch in Italien
vermehrt Bestrebungen politisch aufgeklärter Geister zu vermerken, die sich in Opposition
zu England bewegen. Der König nutzt hier seinen Einfluss auf Volk und Politik.

Russland wirkt aktuell noch als Puffer für die anderen Völker und ist selbstlos dazu
bereit, diese Rolle nicht nur anzunehmen, sondern auch auszufüllen.

Für ein freies und von England unabhängiges Europa!

Mögen die Mächte mit Euch sein!

Gernot Dippliger



Meldung #2

eingangen am  Samstag, 23. Juni 2341h 
gedruckt am Sonntag 24. Juni 1500h

Paris meldet

Entente zerschlagen - Politikwechsel in Europa

Bis zum Abschluss der Verhandlungen strahlten englische Diplomaten noch 
absolute Seriosität aus.
Englische Operationen zeigen jedoch wahres Gesicht des Aggressors aus 
London.
Europa von Portugal bis Moskau ist dem Einmarsch von englischen 
Einheiten ausgesetzt.
Dem Vormarsch nach Deutschland und Russland folgte nun der Vorstoß in 
die Beneluxstaaten.
Droht dem Kontinent nun die englische Invasion?

Obwohl die englischen Diplomaten sogar beim letzten Treffen in Genf zu 
100% eine friedliche Politik zusicherten, zeigen die Vormärsche der 
englischen Einheiten nun die nackte Wahrheit.
England träumt von der Alleinherrschaft in Europa - dem Kontinent des 
Gleichgewichts der Kräfte.

Diese Kräfte sind nunmehr aufgerufen, für einen Ausgleich zu sorgen. Den 
englischen Vorstoß zu stoppen und die Einheiten auf die Insel 
zurückzuschicken - da wo sie hingehören.
Was teilen doch die anderen europäischen Nationen für ein gemeinsames 
Kulturgut? Lasst uns Bordeaux und Chianti, Veltliner und Krimsekt dem 
entgegensetzen, was die Insel bringt:
Schickt die englischen Einheiten nach Hause: Zu Plumpudding, Shortbread 
und Frühstückstee. Wenn der englische King davon ausgeht, er könne 
Europa alleine beherrschen, hat er die Kontinentaleuropäer bei weitem 
unterschätzt.

Honi soit qui mal y pense.
Cordialment de Paris
Le Président de la republique francaise
Frank Stefan



Meldung #1

eingangen am  Montag, 14. Mai 1530h 
gedruckt am Dienstag 15. Mai 1330h

Der russische Thronrat hat sich entschieden, sämtliche Gazetten Europas 
anzuschreiben und zu bitten, folgende Erklärung des Zaren abzudrucken:

"Ob der Ereignisse im Herbst letzten Jahres sind wir erschrocken 
hinsichtlich der neuen Zustände in Europa. Gebeutelt durch diese 
Geschehnisse suchte unser heiß geliebtes und friedliches Land die 
Meinung von Europas Herrschern bzw. den Staatsoberhäuptern, die die 
Vorhersehung auserkoren hat, weiterhin mit den Zügeln eines regierbaren 
Staates ausgestattet zu sein.

Betrüblicherweise mussten wir zur Kenntnis nehmen, dass bis zum heutigen 
Tage nicht eine ernstzunehmende Depesche den Zarenhof erreichte. Wir 
warten weiterhin auf Antworten, die es uns erlauben, in dieser 
kritischen Zeit aktiv in die Politik der europäischen Irrungen und 
Wirrungen einzugreifen.

Ob dies bis zum nahenden Frühjahr '04 der Fall sein wird, ist fraglich 
und sei damit dahingestellt.

Letztmalig rufen wir die Länder Europas auf, sich den Aggressoren im 
Schulterschluss mit Russland entgegenzustellen und somit der dämonischen 
Zukunft Europas einen Riegel vorzuschieben."

da budet mir s nami

Der Zar